„Kulturelle Bildung“

Kulturelle Bildung, wie sie bei der UNESCO-Weltkonferenz in Lissabon 2006 formuliert wurde, beinhaltet sowohl die Förderung der individuellen Kreativpotenziale als auch des Verständnisses von regionaler und internationale Kunst und Kultur. Die Auseinandersetzung mit künstlerischen Methoden und Ausdrucksmitteln fördert nachweislich beides, wie mittlerweile viele Studien zeigen. Es geht bei kulturelle Bildung aber auch um das Erlernen von und das (kritische) Umgehen mit Kulturtechniken wie Lesen (generell der visuellen Kultur), Schreiben, Kommunikation, Medienkompetenz usw.

Institutionelle Träger Kultureller Bildung sind in erster Linie Schulen (in der Gestaltung der Ausbildung, insbesondere die „kreativen Fächer“ betreffend) sowie Kunst- und Kulturinstitutionen (in der Gestaltung von Vermittlungsarbeit). Dazwischen gibt es selbstverständlich eine Reihe von weiteren Einrichtungen und Initiativen (Kulturvereine, Veranstaltungen usw.), die wichtige kulturelle Bildung leisten.

Dornbirn verfügt im schulischen Bereich mit 15 Volksschulen, 5 Mittelschulen (davon eine mit Musikschwerpunkt), der Fachhochschule Vorarlberg, der zur innovativsten Schule Vorarlbergs gewählten Polytechnischen Schule, der HTL und dem Sportgymnasium, aber natürlich auch mit der Lehrlingsausbildung, die unbedingt mit einzubeziehen ist, über ein breites und zum Teil auch in Richtung kulturelle Bildung durchaus ambitioniertes Spektrum.

Die Kultur- und Kunsteinrichtungen in Dornbirn engagieren sich schon seit längerer Zeit verstärkt in der Entwicklung von Vermittlungsprogrammen. Die inatura setzt mit ihren Kinder- und Jugendaktivitäten beispielhafte Maßstäbe. Ähnliches gilt für die Bücherei mit ihren vielfältigen Projekten und Kooperationen quer durch alle Altersgruppen.

Die Kulturabteilung mit der geplanten Ausweitung der Schultheatertage und den Kunstvermittlungsprojekten, das Museum, das Archiv, der Spielboden und etliche Kulturvereine engagieren sich ebenfalls in diese Richtung. Die Musikschule mit dem Jazzseminar und dem Jugendsinfonieorchester betreiben per se einen wichtigen Ausschnitt kultureller Bildung.

Auf dieser ausgezeichneten Grundlage könnte man über einige Weiterentwicklungen nachdenken (absolut unvollständig!):

  • Verstärkte kulturelle Bildung in der Lehrlingsausbildung
  • Erhöhung der Anzahl von Schulkooperationen und Entwicklung von zyklischen, nachhaltigen Modellen
  • Förderung von Vermittlungsangeboten durch gemeinsame Projekte
  • Museum/Archiv: Verschränkung der Vermittlungsprogramme, z.B. Textilmustersammlung als Beispiel für „historische Kreativwirtschaft“; Fotoarchiv zur Migrationsgeschichte (ebenfalls Quervernetzungen möglich). Erleichtert würde die Erstellung gemeinsamer Vermittlungsprogramme durch ein im Kulturleitbild vorgeschlagenen „Haus der Geschichte“
  • VAI: Programme zu Architektur und ästhetische Bildung
  • Einrichtung einer interdisziplinären Arbeitsgruppe zu kultureller Bildung und Medienkompetenz
  • Einrichtung einer interdisziplinären Arbeitsgruppe zu kultureller Bildung im öffentlichen Raum (inklusive von Fragestellungen wie „Ent-Didaktisierung“ bzw. „–Pädagogisierung“ von Vermittlungsarbeit und Entwicklung von Alternativen ohne „Eventisierung“ usw.).

Daraus ergeben sich beispielweise folgende Diskussionsanregungen:

1)     In welchem außerschulischen Bildungsbereichen würden Sie verstärkt Schwerpunkte setzen?

2)     Wo sehen Sie sinnvolle Kooperationsmöglichkeiten zwischen schulischen und kulturellen Einrichtungen?

3)     Gibt es für Sie besondere Beispiele kultureller Bildungsangebote im Erwachsenenbereich?

Kontakt

Mag. Jörg Roland
Amt der Stadt Dornbirn
Kultur und Weiterbildung
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