„Kultur und Alltag“ – Vereine, Initiativen, temporäre Aktivitäten und Veranstaltungen

Dornbirn hat als zehntgrößte Stadt Österreich traditionell ein breit verankertes Kulturleben, das in vielerlei Hinsicht von privat getragenen Vereinen, Initiativen und (geschätzt) rund 1.000 aktiv beteiligten Bürgerinnen und Bürgern getragen wird.

Dabei spielen die in den vier einzelnen Bezirken beheimateten Blasmusikkapellen (plus 1 Seniorenkapelle, 1 Schulmusik und 60er Musikanten) eine große Rolle, aber auch die (inkl. Kirchenchöre) über 20 Singgemeinschaften. Der 2013 eingeführte „Längste Tag der Blasmusik“ (Open-air) am Marktplatz bietet eine vom Publikum gut angenommene Präsentationsplattform, ebenso die fünf Konzerte (inkl. Vorarlberger Polizeimusik) in diesem Segment im Kulturhaus. Ein weiterer musikalischer Volksmusikhöhepunkt ist das auf der Alpe Schwende stattfinde jährliche „Weisenblasen“ mit zahlreichen Formationen auch aus der Nachbarschaft. Die musikalische Qualität der Blasmusikkapellen ist durchaus beachtlich, ohne dass dabei gesellschaftliche Aspekte zu kurz kommen. Die Nachwuchssituation hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt.

Im Chorwesen hingegen ist ein „Verjüngungsproblem“ gegeben. Kooperationsaktivitäten wie große Chorveranstaltungen am Marktplatz sind aus organisatorischen und finanziellen Überlegungen nur alle 5 bis 10 Jahre zu leisten.

Ein hoher und weiter ausbaufähiger Anteil an Partizipation ist durch Geschichtswerkstatt und neuen Initiativen zur Migrationsgeschichte gegeben, denen rund um Museum und Archiv (Dornbirner Schriften, Dornbirn Lexikon, Ausstellungen) eine wichtige Rolle zukommt. Dazu kommen zahlreiche niederschwellige Veranstaltungsbereiche (Literatur mit Schreibwerkstätten, Dialektschwerpunkte, Bildnerische Bereiche z.B. Dornbirner Ateliertage etc.)

Gewisse Bereiche (Kabarett, musikalische Veranstaltungen) organisieren sich weitgehend selbst (Messegelände für Großveranstaltungen), einzelne private Veranstalter (Conrad Sohm, „wirtschaft“, unartproduktion, Hörbar Marktplatz) bieten engagierte Programmreihen an.

Der Verlust des „Impuls-Festivals“ kann durch das ebenfalls frei zugängliche „Origano“-Festival nur partiell kompensiert werden.

Folgende Maßnahmen könnten weitere Bewegung in den kulturellen Alltag bringen:

  • Eine vorausschauende (Internet-)Plattform zur Terminkoordination erscheint als Service-Leistung notwendig (mögl. Betreiber Dornbirn Tourismus/Stadtmarketing), da ein gewisser „Veranstaltungsüberschuss“ immer wieder gegeben ist.
  • Bildung von inhaltlichen Kooperationsachsen niederschwelliger Veranstalter
  • Bildung flankierender Maßnahmen zur Stützung des Chorwesens über Musikschule, Musikmittelschule und Schulen generell
  • Entwicklung einer Ausstellungsplattform für den regionalen Bereich
  • Stützung abgestimmter denkmalpflegerischer und kulturhistorischer Maßnahmen
  • Stützung junger Initiativen
  • Verstärkung von Veranstaltungsbegleitung durch Einbindung der regionalen Medienszentren
  • Entwicklung stärkerer Kooperationsachsen musealer Einrichtungen rund um das Stadtmuseum
  • Achsenbildung neuer (sozio-)kultureller Initiativen
  • Regelmäßige Themenschwerpunkte in den städtischen Medien (Gemeindeblatt, Dornbirn aktuell)
  • Entwicklung generationsübergreifender Formate/Aktivierung Senioren

Daraus ergeben sich beispielweise folgende Diskussionsanregungen:

1)     Gibt es Bereiche, die im „kulturellen Alltag“ von Dornbirn zu wenig Berücksichtigung finden bzw. solche, die in Ihrer Sicht überdurchschnittlich repräsentiert sein?

2)     Wie kann es zu einem stärkeren Austausch milieu- bzw. generationsübergreifender kultureller Aktivitäten kommen oder sollte es speziellere Angebote z.B. im Seniorenbereich geben?

3)     Wie kann die Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement im Kulturbereich stärker geweckt werden?

Kontakt

Mag. Jörg Roland
Amt der Stadt Dornbirn
Kultur und Weiterbildung
Rathausplatz 2
6850 Dornbirn
Telefon: +43 5572 306 4200
Fax: +43 5572 306 4008
E-Mail: kultur(at)dornbirn.at 4200.000