„Freie Szene und Jugendkultur“

Dieser Themenbereich spielt für Dornbirn in seiner kulturellen Entwicklung und Selbstverständnis eine wichtige Rolle. So haben sich nahezu parallel in den 1970/80er Jahren heute noch prägende Weichenstellungen in der Jugendkultur ergeben, verbunden mit einem Aufbruch in der damals so bezeichneten Alternativ-Kultur.

Heute gerne als „kultureller Leuchtturm“ bezeichnet wird der Spielboden, eines der größten aus dem Alternativkulturbereich gewachsenen Kulturzentren Österreichs. Er wurde 1981 auf Basis der Zusammenführung unterschiedlicher, teils spartenbezogener freier Kulturinitiativen als „Forum für Jugend und Kultur“ in der alten Stadthalle gegründet. Dieses Mehrspartenprinzip wurde weiter ausgebaut (10 bis 12 Sparten), vor allem nach dem Bezug der neuen Räumlichkeiten 1997 in Rhomberg´s Fabrik. Mit der Etablierung dieser Kultureinrichtung vor allem als Veranstalter (weniger als Kulturproduzent) rückte der Bezug zur „Jugendszene“ in den Hintergrund.

Ausgehend von den Vereinen der freien Jugendszene wurde Anfang der 1990er auf Initiative der Stadt der Verein OJAD neu gegründet, heute verfügt der Verein über zwei Standorte („Vismut“ mit Kulturcafé „Schlachthaus“ und Arena Höchster Straße). Im Kulturcafé finden regelmäßig Konzerte verschiedener Jugendkultureinrichtungen wie Hip Hop, Rap, Graffiti-Writing, Breakdance und DJ-ing statt, Einbindung unterschiedlicher Jugendkulturgruppen wie z.B. Emos, Gothics, Skater, Punk etc. in die Programmgestaltung des Jugendhauses, ebenso sind ca. 15 günstige Proberäume für junge Bands organisiert.

Ein wichtiges Segment für das TIK (im alten Spielboden) ist die Möglichkeit für junge Newcomer, erste Bühnenerfahrung zu sammeln, ebenso vom Theater Wagabunt organisierte Projekte im Bereich Schultheater und Theaterworkshops für Jugendliche. Einen bedeutenden Part in der freien (Jugend-) Kulturszene spielt als ganzjähriger Konzertveranstalter (plus Kultursommer) das Conrad Sohm. Erstmals wurde mit den Subventionspartnern Land Vorarlberg Stadt Feldkirch das Projekt „Poolbar Generator“ durchgeführt, wobei Dornbirn der Schwerpunkt für multimediale Workshops war. Ein weiterer Schwerpunkt im infrastrukturellen Umfeld des Spielbodens und im Stadtraum soll das 2014 erstmals für Dornbirn geplante Jugendkulturfestival „Freakwave“ werden. Im traditionellen Bereich erleben die Blasmusikgesellschaften einen Boom unter Jugendlichen.

Eine große Rolle im Bereich „Jugendkultur“ spielen aber auch städtische Einrichtungen wie Musikschule/Jazzseminar mit annähernd 700 jugendlichen Schülerinnen und Schüler und dem überregional bekannten Jugendsinfonieorchester sowie die Stadtbücherei/Büchereiverbund mit speziell auf Jugendliche ausgerichtete Programme.

Folgende Überlegungen erscheinen für die nächste Zukunft in diesem Bereich wichtig:

  • Genauere Untersuchung der  Geschlechterrollen in Jugendkulturgruppen und deren Aktivierung und Einbindung
  • Prüfung strategischer überregionaler Partnerschaften und Austauschprogramme
  • Entwicklung spezieller und /oder gemeinsamer Partizipations- und Vermittlungsprogramme
  • Höhere Einbindung der Fachhochschule und ihrer Studierenden
  • Definierung längerfristiger Entwicklungszeiträume für unterschiedliche Projekte
  • Einbindung in EU-Programme für internationale Jobpraxisstellen im Kulturbereich
  • Netzwerkplattform für gegenseitige Abstimmung und übergreifende Zusammenarbeit
  • Entwicklung Generationen übergreifender Programme

 

Daraus ergeben sich beispielsweise folgende Diskussionsanregungen:

1)     Welche neuen Entwicklungsansätze wären im Bereich der freien Szene wünschenswert?

2)     Gibt es künstlerische Sparten, die in Ihren Augen noch stärker berücksichtigt sein sollten?

3)     Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation im Bereich der Jugendkulturangebote in Dornbirn?

Kontakt

Mag. Jörg Roland
Amt der Stadt Dornbirn
Kultur und Weiterbildung
Rathausplatz 2
6850 Dornbirn
Telefon: +43 5572 306 4200
Fax: +43 5572 306 4008
E-Mail: kultur(at)dornbirn.at 4200.000